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Vater unser? Nein/Ja danke!

Ein Mann sitzt in der Kirche und betet. Es geht um das Vater unser. Bete einfach.

Da kämpften seinerzeit zehn Gäste bei Günther Jauch um den Platz auf dem Millionen-Stuhl. Ihre schlichte Aufgabe: „Ordnen Sie folgende Begriffe der Reihe nach, wie sie im Vater unser vorkommen: Reich, Himmel, Name, Wille.“ Die Frage rief bei dem Kandidaten Bestürzung und ein verlegenes Lachen hervor.  Günther Jauch ging verzweifelt auf Tauchstation. Hätten wir es gewusst? Richtig wäre: „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden..!“ Wie steht es um das Vater unser dem „Lord’s Prayer“ bei unsern Nachbarn in England? Die englische Kirche wollte im Dezember letzten Jahres einen Werbespot in die Kinos bringen. Der Inhalt war das Vater unser:  Gezeigt wurde ein Priester im Park; ein junger Mann, der Blumen am Grab ablegt; Sanitäter  nach einem schweren Unfall:  sie alle beten in dem Werbespot das „Lord’s Prayer“, das „Vater unser“. Und ein Londoner Gospelchor singt die Verse mit Inbrunst: „Wie im Himmel, so auf Erden!“  Knapp eine Minute dauert das Video mit Menschen unterschiedlichster Berufe, sogar ein Gewichtheber ist dabei, der sich in der Anglikanischen Kirche engagiert. Und Menschen mit verschiedener Hautfarbe – eine christliche Familie aus Somalia oder Eritrea betet mit. Alle sind vereint im „Vater unser“. Doch die wichtigsten drei Kinoketten des Landes verweigerten die Ausstrahlung des Films mit der Begründung: die Gefühle von Nicht-Christen nicht verletzen zu wollen. Die Proteste der Kirche gegen die Kinos blieben ohne Wirkung. Aber es gibt einen Trost: Der Spot kann unter ‚justpray.uk’  im Internet gesehen werden, zu deutsch: Bete einfach. oder auf der Homepage der Church of England. So erhält das „Vater unser“ jetzt doch noch seine Publicity. Aber man kann es auch einfach für sich selbst auf Deutsch beten und glauben!  Vater unser? ja danke!

Klaus Kröger

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