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“Weltverbesserer!“

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„Ich bin ein Alt-68er“, erzählt Detlef B., „ich wollte die Welt verbessern, träumte von einer neuen Gesellschaft, von Gerechtigkeit und Wahrheit, Ich organisierte Schulstreiks, sympathisierte mit Hausbesetzern und rebellierte gegen die Christen“. Irgendwann erkannte er, dass er mit seinen politischen Freunden die Gesellschaft nicht retten konnte. Sie steckten ja alle im gleichen gesellschaftlichen Sumpf. Sie konnten sich nicht – wie Baron Münchhausen – an den eigenen Haaren dort raus ziehen. Besonders traf ihn die Erkenntnis, dass er trotz aller Sehnsucht nach Weltverbesserung nicht mal mit seinem eigenen Vater Frieden halten konnte. als dieser Druck zu stark für ihn wurde betete er eines Tages. „Gott, ich brauche deine Hilfe!“ Die Antwort blieb nicht aus. Er erlebte wie Gott ihm half, sein Leben zu sortieren. Inzwischen studierte er an der Uni Frankfurt und sein neues Leben mit Jesus Christus begeisterte ihn so, dass er allen von Jesus erzählte.

Mit Regenschirm & Megaphon

In seinem Überschwang stürmte er eines Tages gemeinsam mit Freunden – ausgestattet mit Megaphon & Regenschirmen – in die Mensa, so wie es damals auch andere Politgruppen taten. Die mampfenden Kommilitonen hatten jedoch keine Lust auf die lautstarke Predigt & feuerten ihre Plastikteller mit Nudelsuppe auf die Verkündiger. Die blitzschnell aufgespannten Schirme fingen das Meiste davon ab … Detlef fügt hinzu: „Das war damals ganz schön lieblos von uns. Die Kommilitonen wollten wenigstens beim Essen mal ihre Ruhe haben vor politischer Agitation. In jenen Jahren wurde an der Uni hand-fest um die Wahrheit gestritten; neben unserem christlichen Büchertisch im Mensaflur befand sich der Stand der RAF-Fraktion, mit denen wir intensiv diskutierten. Die zahlreichen linken Gruppen waren alle untereinander zer-stritten, doch gegen die Christen waren sie vereint, und manchmal gab’s auch eine Faust ins Kreuz.“

Das natürlichste Gesprächsthema; 1984 folgte Dr. Detlef B. einem Ruf in den Nahen Osten. Während seiner Promotion in Biophysik hatte er noch „nebenbei“ Theologie studiert und zog dann in den Orient, um Gottes Liebe zu verschenken. Zunächst studierte er in Kairo Arabisch, dann wurde er mit seiner Ehefrau Elisabeth und zwei kleinen Kindern an eine Uni in Saudi Arabien berufen. Er arbeitete dort als Dozent und in der medizinischen Forschung. „Natürlich durften wir dort nicht missionieren“, sagt er, „aber im Alltag ergeben sich ganz natürlich Gespräche über den Glauben. Die Frage nach Gott ist dort das natürlichste Gesprächsthema“, erklärt Detlef. Ende 1990 kam die Familie nach Deutschland zurück. Detlef übernahm eine leitende Funktion in einer weltweit agierenden christlich humanitären  Organisation. Der Weltverbesserer hatte  seinen Platz gefunden. 

S. Regörk

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